Schöne Straßenzüge und eine kleine Geschichte über Weihnachten 1910 in Stolberg

Das Apothekergebäude mit reizvollen Giebeln und Fachwerkbau. Rittergasse: Blick in Richtung zum Stolberger Hof Eine schöne Fachwerkhaus-Zeile in der Rittergasse Richtung zum Rittertor
Das Apothekergebäude mit reizvollen
Giebeln und Fachwerkbau.
Rittergasse: Blick in Richtung zum Stolberger Hof Eine schöne Fachwerkhaus-Zeile in der Rittergasse Richtung zum Rittertor
Renovierte Fassaden zum Beginn der Neustadt. Blick über Café Sander auf die Fachwerkzeile in der Neustadt. Frisch gepflasterte Straße in der Neustadt.
Renovierte Fassaden zum Beginn der Neustadt.
Zum Zoomen auf das Bild klicken!
Blick über Café Sander auf die Fachwerkzeile in der Neustadt.
Zum Zoomen auf das Bild klicken!
Frisch gepflasterte Straße in der Neustadt.
Zum Zoomen auf das Bild klicken!


Aus Geschichten, Schnärzchen, und andere Begebenheiten von und über Stolberg /Harz, Heft 4:

Weihnachten bei uns daheim
Von Frieda Pietzeck geb. Künne, wohnten links vorm Rittertor (1971 )

Wir schrieben das Jahr "Anno 1910", mein erstes Schuljahr! Es hatte einen frühen Winter gegeben, die Martinskerzen, die wir mit viel Liebe in einer leeren Weinflasche als Leuchter mit Lackpapier herausputzten, waren lange heruntergebrannt, - alles vergänglich!

Renoviertes mittelalterliches Fachwerkhaus in der Niedergassse. Renoviertes mittelalterliches Fachwerkhaus in der Rittergassse. Schöne Fachwerkhäuser in der Töpfergasse auf dem Weg nach oben.
Renoviertes Fachwerkhaus in der Niedergasse.
Zum Zoomen auf das Bild klicken!
Renoviertes mittelalterliches Fachwerk-
haus in der Rittergassse.
Zum Zoomen auf das Bild klicken!
Schöne Fachwerkhäuser in der Töpfergasse auf dem Weg nach oben.
Zum Zoomen auf das Bild klicken!
Renovierte Fassaden in der Niedergasse auf dem Weg zum Bahnhof. Fachwerkhäuser am Plan mit einem der wenigen Fachwerkhäuser mit Balkon. Romantische kleine Fachwerkhäuser in der Rittergasse auf dem Weg zum Markt.
Renovierte Fassaden in der Niedergasse
auf dem Weg zum Bahnhof.
Zum Zoomen auf das Bild klicken!
Fachwerkhäuser am Plan mit einem der
wenigen Fachwerkhäuser mit Balkon.

Zum Zoomen auf das Bild klicken!
Romantische kleine Fachwerkhäuser in der Rittergasse - Weg zum Markt.
Zum Zoomen auf das Bild klicken!


Anfang Dezember war bei uns meistens Schlachtefest, alles war aufregend und geheimnisvoll. Eines Tages stand ein kleiner Tannenbaum da, geschmückt mit einer bunten Kerze und Christrosen aus Papier, der 1. Adventsonntag war gekommen. Später wurde das Bäumchen durch einen Adventskranz ergänzt. Heute brannte ein Licht und 4 Kerzen mussten es sein, bis es Weihnachten war. — Uns kam es vor, als ginge die Zeit bis dahin im Schneckentempo vor sich. Doch Nikolaus stand uns noch bevor.
Wenn wir zum Bäcker Kuno Maier geschickt wurden, suchten wir die Regale ab, ob nicht schon Frauen, Männchen und Brezeln mit Rosinen gebacken waren — dies war eine Köstlichkeit ( nicht wie es heute ist, wo schon im September die Weihnachtssachen angeboten werden)!
Wir Mädchen trugen damals noch Schürzen, auch zur Schule, diese legten wir am Abend vor Nikolaus möglichst akkurat hin, die Jungens ihre Hosen oder Jacken. Am nächsten Morgen fanden wir dann einen Rosinenmann, oft auch noch einen Apfel oder Nüsse. Da wo mehrere Kinder waren, kostete dieser Aufwand schon eine halbe Reichsmark. Es gab nie Süßigkeiten außer der Zeit. Wir waren schon selig, wenn die Mutter sonntags einen Pudding auf den Tisch brachte.
Mit Vater und Mutter bestand unsere Familie aus elf Personen. Vier ältere Geschwister waren damals als Köchin und Stubenmädchen in Stellung. Ein Bruder fuhr auf einem holländischen Dampfer nach Ostindien, um Gewürze und Tee zu holen — es war ein Erlebnis für uns kleinere Geschwister, wenn er Weihnachten in einer schönen blauen Uniform auf Urlaub kam. Leider ist er im 1. Weltkrieg gefallen.
Die Weihnachtszeit rückte näher, und wir hatten zu tun, für jeden ein kleines selbstgehandarbeitetes Geschenk zu machen, was jedoch nur Pfennige kosten durfte.
In Stolberg war der Winter eingekehrt. Wir waren stolz in Stolberg zu wohnen, der Residenz des Fürsten Wolff Heinrich zu Stolberg - Stolberg. Es war unsere Heimat, unser Fürst, unser Schloss. Der Fürst war für viele Dienstherr und Arbeitgeber.

[Aus der Reihe: 'Geschichten, Schnärzchen, und andere Begebenheiten von und über Stolberg/Harz, - 100 Jahre Schule, nach Erzählungen von Stolbergerinnen und Stolbergern', mit freundlicher Genehmigung von S. Oppermann.]